27. Mai 2024

Die Klosterinsel Reichenau, eine kleine Einführung ihrer Einzigartigkeit

Die Klosterinsel Reichenau liegt im westlichen Teil des Bodensees, dem Untersee, zwischen Konstanz und Radolfzell.

Wie an vielen Orten beginnt auch auf der Reichenau die Geschichte mit einer Sage.

Der heilige Pirmin, wahrscheinlich aus Irland stammend, kam über Paris nach Süddeutschland. Es gelang Karl Martell, ein fränkischer Hausmeier, den heiligen Pirmin, ein Wandermönch und Benediktiner, als Apostel für die Missionierung seiner Heimat zu gewinnen.

Im Jahre 724 folgte Primin seinem Ruf und fuhr von einem Schiffer begleitet auf die Insel hinüber. Diese aber war fast undurchdringlich mit finsteren Wäldern und dornigem Gebüsch bewachsen und dazwischen lagen gefährliche Sümpfe voller Ungeziefer. Als Pirmin den Boden berührte, sollen die Tiere sofort von der Insel geflohen sein. Als alle Tiere die Insel verlassen hatten, verwandelte Pirmin sie mit Hilfe von 40 Männern in eine bewohnbare Stätte und gründete ein Benediktinerkloster, das er nach drei Jahren wieder verließ.

Seit 1838 verbindet der Reichenauer Damm, auch Pappelallee genannt, das Festland mit der Insel.

Heute ist sie eine vielbefahrene Straße für mobile Verkehrsmittel. Von einer Brücke gequerten Bruckgraben wird der Damm unterbrochen, um eine Durchfahrt für kleine Boote zu ermöglichen. Links und rechts vom Damm zieht sich das Wollmatinger Ried mit etwa 750 ha Ausdehnung entlang. Es ist das größte Naturschutzgebiet auf der deutschen Bodenseeseite.

Der höchste Punkt der Insel (Hochwart) liegt auf 438,7 Meter und erhebt sich circa 43 Meter über den Seespiegel. Er ist einer der schönsten Orte der Insel und bietet bei guter Sicht wunderschöne Blicke auf die Insel und den Bodensee bis nach Konstanz und der Schweizer Seite mit dem Alpenpanorama.  

Die Insel ist 4,5 Kilometer lang und 1,5 Kilometer breit und besitzt eine Gesamtfläche von 4,3 Quadratkilometern. Auf der Klosterinsel wird historisch, modern und traditionell gelebt. Das begründet auch die Aufnahme als Kulturlandschaft im November 2000 in die Welterbeliste der UNESCO.

Bei den drei Dörfern (Niederzell, Mittelzell und Oberzell) der Insel handelt es sich um Streusiedlungen ohne stark ausgeprägten Ortskern.

Zu den geschichtlichen Sehenswürdigkeiten zählen

  • das Münster St. Maria und Markus, Abteikirche des Klosters Reichenau mit Schatzkammer
  • die Kirche St. Peter und Paul in Niederzell
  • die Georgskirche in Oberzell mit ottonischen Wandmalereien und
  • die Burgruine Schopflen in Oberzell auf dem Reichenauer Damm, der Pappelallee

Die Einzigartigkeit der Insel mit ihrer 1000-jährigen Geschichte, der Landschaft sowie die Wirtschaftsstruktur hat die klösterliche Zeit nachhaltig und bis heute geprägt.

Durch die temperaturausgleichende Wirkung des Bodensees, die positiven Auswirkungen des Alpenföhns und die daraus resultierende hohe Zahl an Sonnentagen ist das Klima auf der Reichenau besonders mild. Hiervon profitiert der Gemüseanbau. Etwa 160 Hektar der Insel werden landwirtschaftlich genutzt, mehr als 25 % der Anbaufläche befindet sich in Gewächshäusern. Im Kräutergarten des Klosters hat der Gemüseanbau seinen Ursprung.

Berufsfischer, die vor allem Felchen, Hechte und Forellen im Bodensee fangen und Winzer , die auf etwa 20 ha Fläche Trauben für süffige Rot- und Weißweine ernten, haben auf der Insel einen hohen Stellenwert.

Seit Beginn meines Umzugs an den Bodensee hat die Insel unsere volle Aufmerksamkeit. Gern kaufen wir unser Gemüse, unsere Pflanzen und andere heimische Produkte bei unseren Besuchen ein. Die Produkte sind von höchster Qualität und unsere Augen- und Gaumenfreude ist für frische leckere und gesunde Gerichte bereit.

Ideen und Rezepte finden sich auf der Seite der Reichenau-Gemüse eG.

Zahlreiche Möglichkeiten an Kultur und sportlicher Bewegung wie Wandern, Radfahren, Wassersport, Camping und Badespaß werden auf der Reichenau gelebt.



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